Der 12. März 1938 markierte nicht nur den „Anschluss“ Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland — er entfesselte eine Welle der Gewalt. Antisemitismus wurde zur offiziellen Staatspolitik, Übergriffe auf Juden blieben nicht nur ungestraft, sondern wurden offen gefördert.

In diesem System stiegen Männer wie Amon Göth auf — ein Name, der später für Terror und Grausamkeit stehen sollte. Geboren 1908 in Wien, entwickelte er früh ein radikales Weltbild. Mit dem Eintritt in NSDAP und SS fand er ein Umfeld, das Brutalität belohnte und seinen Aufstieg beschleunigte.
Während des Zweiten Weltkriegs wurde Göth zu einem zentralen Akteur im besetzten Polen. Er organisierte Deportationen, beschlagnahmte jüdisches Eigentum und wurde schließlich 1943 Kommandant des Konzentrationslagers Plaszow bei Krakau.

Dort begann ein Regime des Schreckens.
Zeugen berichteten, dass Göth wie ein „Gott über Leben und Tod“ herrschte. Von seinem Balkon aus erschoss er Häftlinge willkürlich — wegen Erschöpfung, kleiner Fehler oder ohne jeden Grund. Kollektivstrafen gehörten zum Alltag, ganze Gruppen wurden für einzelne Vergehen hingerichtet.
Unter seiner Führung wurden tausende Menschen ermordet. Überlebende schilderten sadistische Gewalt, Folter, Angriffe durch abgerichtete Hunde und eine Atmosphäre ständiger Angst. Leben hing allein von seiner Laune ab.
Trotz dieser Verbrechen wurde er zunächst nicht wegen Mordes gestürzt — sondern wegen Korruption. Göth hatte geraubtes Vermögen für sich behalten und damit gegen SS-Regeln verstoßen. 1944 wurde er verhaftet, doch mit dem Zusammenbruch des NS-Regimes kam das Verfahren zum Stillstand.
Nach Kriegsende holte ihn die Gerechtigkeit ein.
1946 wurde er in Krakau vor Gericht gestellt. Überlebende berichteten von Massenerschießungen, Folter und systematischem Mord. Göth zeigte keine Reue und behauptete, nur Befehle ausgeführt zu haben — eine Verteidigung, die das Gericht zurückwies.
Er wurde wegen Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Mord zum Tode verurteilt.
Am 13. September 1946 wurde Amon Göth hingerichtet.
Seine Geschichte bleibt ein erschütterndes Beispiel dafür, wie ein System aus Hass und Macht Menschen dazu bringen kann, unvorstellbare Grausamkeiten zur Routine zu machen.